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Humor aus der IT Welt

Tagebuch eines Hausbesitzers

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30. November
Meinen Videorecorder programmiere ich vom Office aus, das Thermostat und auch die Lichter schalte ich über das Autotelefon an, den Ofen heize ich schon mal für meine Pizza vor. Alles ist nett und gemütlich, wenn ich nach Hause komme.

1. Dezember
Mußte heute die Leute vom Kundendienst anrufen, wegen Bandbreiten - Problemen. Das Fernsehen zeigt Standbilder, wenn ich telefoniere. Sie haben festgestellt, daß es ein Problem der Kabeldichte ist.

8. Dezember
Bekam heute die erste Rechnung vom Kundendienst und war unangenehm überrascht. Ich habe meine Putzfrau im Verdacht, daß sie an der Waschmaschinen - Schnittstelle manipuliert hat, als ich nicht hier war.

10. Dezember
Gestern krachte es in der Küche. Als ich die Kühlschranktür öffnete, explodierte die Glühbirne. Augenblicklich gab alles seinen Geist auf - Lichter, Mikrowelle, Kaffeemaschine - alles. Nichts geht mehr. Hab sofort die Kabelfirma angerufen (aber nicht vom Küchentelefon aus). Die verwiesen mich an die Stadtwerke. Diese stellten fest, daß es wohl an der Software liegen muß. Die zuständige Softwarefirma überprüfte meinen Hausprozessor und schob die Schuld auf die Stadtwerke. Mir ist das egal, ich will nur meine Küche zurückhaben.

11. Dezember
Die Polizei ist nicht gerade glücklich. Unser Haus hat Alarm gegeben und um Hilfe gerufen. Wir mußten folgendes feststellen: Immer wenn wir beim Fernsehen eine gewisse Lautstärke überschreiten, entstehen Vibrationen. Über die Fensterscheiben werden diese nach draußen übertragen. Wenn es windig ist, potenzieren sich die Vibrationen und aktivieren die Sicherheitssensoren.

Ein weiterer Punkt: Wenn immer sich das Kellergeschoß im Auto - Diagnose - Modus befindet, weigert sich meine universelle Fernsteuerung von einem Fernsehkanal auf den anderen umschalten. Das heißt, daß ich aufstehen muß, um umzuschalten. Die zuständigen Leute sagen, dieses Problem soll mit dem nächsten Upgrade der Software gelöst sein. Die ist aber noch nicht verfügbar.  

13. Dezember
Ich habe den Verdacht, daß sich die Mikrowelle heimlich in das Kabelnetz einklinkt., um Baywatch zu anzusehen. Das System ist genau zur Sendezeit jedesmal komplett inoperabel. Ich denke aber, damit kann ich leben. Gott-sei-Dank passiert dies nicht auch bei alten Episoden von »Lindenstraße«.

15. Dezember
Ich habe DAS neue Microsoft-Programm gekauft: Mit 93 GByte Speicher. Das Haus ist nun viel einfacher zu benutzen und es macht einfach alles. Ich mußte zwar einen zweiten Pfandbrief unterschreiben, aber ich mache mir keine Sorgen. Mein Haus gehört inzwischen ohnehin meiner Bank - sollen die sich doch mit Microsoft auseinandersetzen.

17. Dezember
Ich hege die ersten Zweifel an besagter Microsoft-Software. Ich benötigte eine Stunde, um die Geschirrspülmaschine in Gang zu setzen.

18. Dezember

Heimzerstörer Es ist ein Alptraum. Ich habe einen Virus im Haus. Im Wohnzimmer herrschen Saunatemperaturen, die Schlafzimmerfenster sind gefroren, der Kühlschrank abgetaut, die Waschmaschine hat das Kellergeschoß überflutet und der Fernseher hängt beim Homeshopping-Kanal fest. Außerhalb des Hauses flackern alle Lichter wie wild, bis sie wegen Überspannung explodieren. Überall ist zerbrochenes Glas. Natürlich erfassen die Sicherheitssensoren nichts. Da sehe ich die Nachricht, die langsam über meinen PC-Bildschirm läuft: Willkommen beim »Heimzerstörer«! Jetzt beginnt der Spaß.

Wir sind allerdings nicht sicher, daß der Teil des Virus ausgelöscht ist, der die Toiletten anfällt. Sie haben mir versichert, daß der Horror vorbei sei und ich solle mich glücklich schätzen, daß ich nur den Virus »Heimzerstörer« im Haus hatte und nicht etwa »Poltergeist«. Der sei wirklich übel.

19. Dezember
Sie dachten, sie hätten das Haus digital desinfiziert.

22. Dezember
Offensichtlich ist unser Haus nicht gegen Viren versichert - Feuer und Schlammlawinen ja, aber nicht gegen Viren. Natürlich tut es der Softwarefirma sehr leid, aber sie könnten nun mal nicht jeden Virus verhindern, der vielleicht irgendwann mal entsteht. Wir riefen unseren Anwalt an. Er lachte.

23. Dezember
Ich bekam einen Anruf eines Mitarbeiters der Softwarefirma, Als einen besonderen Ferienservice bot man uns die Betaversion des neuen Software-Upgrade vorab an. Er sagte, ich könne die Programmierer persönlich kennenzulernen. Sicher, gerne, sagte ich.


Englisches Original, Autor unbekannt, Quelle: Computer Reseller News 7/97

 

Anmerkung 28.07.2017:

Dieser Artikel war bereits im Jahr 1997 sehr amüsant. Heutzutage ist es aber mit SmartHome und all den Assistenten relativ nah an der Wahrheit. Einen weiteren interessanten Beitrag zur Sprachvernetzung findet Ihr hier: Amazon Alexa, Apple Siri, Google Home, Microsoft Cortana: Big Brother zu Hause (Video)

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