Berlin
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Reiseberichte - Bundesrepublik Deutschland
Geschrieben von: Melanie Christ   
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Berlin
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Berlin Berlin Karte
Urlaubsziel:
Berlin, Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland
Urlaubszeit:
März / April 2005
Hotel:
Grand Hotel Esplanade (*****)
Lage:
Lützowufer, ca. 10 Gehminuten vom Potsdamer Platz
Reiseveranstalter:
Fox Tours
Fluggesellschaft:
Lufthansa
gebucht bei:
Reise-Center Leikauf GmbH, Nürnberg


Geschichte

Friedrich Wilhelm, von 1640 bis 1688 Kurfürst von Brandenburg, sorgte für einen schnellen Aufschwung Berlins. Er erweiterte das Land der Hohenzollern und förderte insbesondere die Zuwanderung hugenottischer Flüchtlinge aus Frankreich, von denen sich etwa 6 000 in Berlin niederließen. Sein Sohn Friedrich I., Kurfürst von Brandenburg (1688-1701), wurde erster König von Preußen (1701-1713) und ließ die Hauptstadt Berlin mit vielen Prachtbauten ausschmücken. Bis zu seinem Tod war die Einwohnerzahl der Stadt auf 60 000 angestiegen. Im 18. Jahrhundert setzte sich der Aufschwung Berlins stetig fort. Selbst der Siebenjährige Krieg (1756-1763) konnte das Wachstum der Stadt nicht wesentlich verzögern. Als 1786 Friedrich II., der Große, König von Preußen (1740-1786), starb, betrug die Einwohnerzahl bereits 150 000. Nachdem die Stadt während der Napoleonischen Kriege zeitweise von den Franzosen besetzt worden war, entwickelte sie sich zu einem dynamischen Kulturzentrum mit einer weltbekannten Universität. Obgleich sie eines der Zentren der Märzrevolution von 1848 war, wurde ihre weitere Entwicklung dadurch kaum gestört. Berlin konnte am politischen und wirtschaftlichen Aufstieg Preußens partizipieren und hatte 1870 bereits eine Einwohnerzahl von 800 000 erreicht.

1871 wurde Berlin Hauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Industriezentrum, vor allem im Bereich des Maschinenbaus, der Elektro- und Textilindustrie. Dabei konnte die Stadt besonders von ihrer Lage im Mittelpunkt eines großen Eisenbahnnetzes profitieren. Der Wirtschaftsboom der Gründerzeit zog zahlreiche Arbeitskräfte an, die meist in schäbigen Mietskasernen untergebracht wurden. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung einher ging der Aufstieg der Stadt zur internationalen Kulturmetropole mit einem breit gefächerten Angebot an Theateraufführungen, Konzerten und Ausstellungen.

Nach dem 1. Weltkrieg erfolgten umfangreiche Eingemeindungen umliegender Bezirke, welche die Einwohnerzahl der Stadt auf 3 850 000 hochschnellen ließen. Die Weltwirtschaftskrise in der Zeit der Weimarer Republik (1919-1933) hinterließ auch in Berlin ihre Spuren, doch konnte die Stadt die Vielfalt ihres kulturellen Angebots wahren.

In den Jahren des Nationalsozialismus wurde der Kulturbetrieb weitgehend gleichgeschaltet. Gigantomanische Bauprojekte Hitlers, die Berlin zur führenden Hauptstadt der Welt machen sollten, wurden jedoch nie vollendet. 1936 fanden in Berlin die Olympischen Spiele statt. Im 2. Weltkrieg wurden große Teile der Stadt durch Luftangriffe und später durch Artilleriefeuer und Straßenkämpfe beschädigt. Gegen Kriegsende 1945 waren etwa 50 000 Gebäude zerstört, und die Stadt lag in Trümmern. Ihre Einwohnerzahl war von 4,4 Millionen vor Kriegsbeginn auf 2,8 Millionen gesunken.

Als Deutschland nach dem 2. Weltkrieg in vier Besatzungszonen aufgeteilt wurde, fiel Berlin in den sowjetischen Einflussbereich, erhielt jedoch einen Sonderstatus, demzufolge es nach den Vorgaben der vier alliierten Siegermächte verwaltet wurde. 1947 wählte die Stadtverordnetenversammlung Ernst Reuter zum Oberbürgermeister, doch sein Amtsantritt wurde von den Sowjets verhindert. Erst nach der faktischen Spaltung der Stadt konnte Reuter, aber nur im Westteil Stadt, 1948 eine Regierung bilden. Der erste Regierende Bürgermeister Westberlins (bis 1953) wurde legendär durch seine Durchhalteappelle an die Berliner Bevölkerung und seine unbeugsame Haltung während der Blockade durch die Sowjetunion von Juni 1948 bis Mai 1949. 1948 hatten die Sowjets nach der Aufhebung der gemeinsamen Verwaltung Deutschlands durch die Siegermächte im Zuge verstärkter Ost-West-Spannungen versucht, die Enklave Berlin als Teil der sowjetischen Zone zu annektieren, indem sie durch eine Blockade, d. h. der Sperrung aller Land- und Wasserwege nach Berlin für den Güterverkehr, die Stadt von der Lebensmittelversorgung abschnitten. Zwar wurde dieser Versuch durch eine elfmonatige Luftbrücke der Westmächte vereitelt, dennoch blieb Berlin eine geteilte Stadt. Ostberlin, die Sowjetische Besatzungszone, wurde schließlich als deren Hauptstadt in die neu gegründete DDR eingebunden. Westberlin erhielt den Status eines Bundeslandes mit eigener Verwaltung und engen wirtschaftlichen Bindungen an die Bundesrepublik Deutschland.

Am 16. Juni 1953 streikten die Bauarbeiter der Berliner Stalinallee aus Protest gegen die zehnprozentige Erhöhung der Arbeitsnorm für Industriebetriebe. Daraus entwickelte sich am 17. Juni ein Arbeiteraufstand in der gesamten DDR, in dessen Verlauf es in über 250 Orten, besonders in den Industriezentren, zu Streiks und Demonstrationen kam. Die ursprünglich wirtschaftlichen Anliegen schlugen rasch in politische Forderungen um. Der Aufstand wurde von sowjetischen Truppen niedergeschlagen. Dabei kamen zahlreiche Demonstranten ums Leben. Am 13. August 1961 begann die DDR-Regierung mit dem Bau der Berliner Mauer, welche die Sektorengrenze zwischen Ost- und Westberlin bis auf wenige streng kontrollierte Übergänge hermetisch abriegelte. Sie sollte vor allem den steigenden Flüchtlingsstrom von Ost- nach Westberlin (und somit in die Bundesrepublik Deutschland) stoppen.

Seit Mitte der sechziger Jahre erhielten Westberliner Bürger die Erlaubnis, kurze Besuche in Ostberlin zu machen. Diese und weitere Verbesserungen der deutsch-deutschen Beziehungen infolge des Viermächteabkommens von 1971 waren zum Großteil ein Verdienst der Ostpolitik Willy Brandts (SPD), der von 1957 bis 1966 Regierender Bürgermeister von Berlin und 1969 bis 1974 Bundeskanzler war.

In den Jahren 1967 und 1968 wurde Westberlin Schauplatz von Studentendemonstrationen für schulische und politische Reformen (siehe Studentenbewegung).

Der Fall der Mauer am 9. November 1989 markierte das Ende der deutschen Teilung wie auch der Teilung Berlins. Ein halbes Jahr nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Oktober 1990 wurde Berlin wieder zur Bundeshauptstadt erklärt. Im Januar 1991 wurde Eberhard Diepgen (CDU) zum ersten Regierenden Bürgermeister von Gesamtberlin gewählt. Mit der Verlegung des Regierungssitzes von Bonn nach Berlin, für die man einen Zeitrahmen von zwölf Jahren veranschlagte, wurde 1991 begonnen. Als erste Bundesbehörde in Berlin nahm das Bundespräsidialamt im November 1998 seine Arbeit auf. Im April 1999 verlegte der Bundestag offiziell seinen Sitz nach Berlin und kam zu seiner ersten Sitzung im umgebauten Reichstagsgebäude zusammen, dem neuen Domizil des Parlaments im künftigen Regierungsviertel. Am Potsdamer Platz südlich des Reichstags wurde im Oktober 1998 als „neue Berliner Mitte” das aus 19 Gebäuden bestehende so genannte Daimler-Benz-Gelände mit Wohnungen, Geschäften, Kinos, Theatern und Hotels eröffnet. Zur Erinnerung an die Berliner Mauer wurde am 13. August 1998 eine Gedenkstätte eingeweiht. Im Juli 2000 hielt der Bundesrat in Bonn als letztes dort noch verbliebenes Verfassungsorgan seine letzte Sitzung vor der Verlegung nach Berlin.



 
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