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| Reiseberichte - Irland |
| Geschrieben von: Markus Delhey |
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Der Nordirlandkonflikt begann schon im 16. Jahrhundert, die konfessionelle Einheit zerbrach - 1920 folgte die TeilungVon AP-Korrespondent Karl Ernst Der Grund für den Nordirlandkonflikt, dessen Ende durch das Abkommen vom Freitag in greifbare Nähe gerückt ist, wurde bereits vor über 400 Jahren gelegt. Damals unterwarf König Heinrich VIII., der Vater der großen Elisabeth, ganz Irland der Herrschaft der englischen Krone. Gleichzeitig legte er durch die Abspaltung der englischen Kirche von Rom den Keim für den konfessionellen Konflikt mit den weiterhin streng katholischen Iren. Versuche der Zentralgewalt in London, in der Folgezeit in Irland den Protestantismus einzuführen, scheiterten und führten Ende des 16. Jahrhunderts zu zahlreichen Aufständen. Nach der Niederschlagung der Aufstände und besonders nach der vernichtenden Niederlage des aufständischen irischen Adels in der Schlacht von Kinsale im Jahre 1601 erfolgte die Protestantisierung von Teilen der Insel, die besonders in der Provinz Ulster dauerhafte Erfolge zeitigten. Die englische Krone förderte damals die Ansiedlung von Protestanten aus England und Schottland, das seit 1603 durch die Thronbesteigung König Jakobs I. mit England in Personalunion verbunden war. Diese schottischen und englischen Protestanten erhielten das Land der enteigneten irischen Grundbesitzer. Besonders in Ulster wurde damals die bis dahin noch bestehende konfessionelle Einheit der Bevölkerung zerstört. Mitte des 17. Jahrhunderts kam es unter dem streng protestantischen Lordprotektor Oliver Cromwell zu weiteren Machtverschiebungen. Nach einem neuen Aufstand wurden die meisten der noch überwiegend katholischen Landbesitzer enteignet oder nach Westirland umgesiedelt. Die endgültige Festigung der Vormachtstellung der Protestanten in Nordirland geschah nach dem Sturz des katholischen Königs Jakob II. Dessen von den Engländern auf den Thron gehobener Nachfolger Wilhelm von Oranien besiegte die königstreuen Iren in mehreren Schlachten, die noch heute von den nordirischen Protestanten in alljährlichen Umzügen gefeiert werden, die wichtigste davon war die Schlacht am Boyne im Jahre 1690. Als Folge ihrer Niederlage wurden die irischen Katholiken praktisch völlig politisch entrechtet. Sie wurden vom Parlament ausgeschlossen und durften noch bis 1829 nur protestantische Abgeordnete wählen. Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte die irische Nationalbewegung, deren Ziel ein unabhängiges Irland war, einen großen Aufschwung. Als diese 1916 im sogenannten Dubliner Osteraufstand die Republik ausrief und mit deutscher Hilfe die Unabhängigkeit anstrebte, wurde sie von London hart unterdrückt. Trotzdem gelang es nach dem Ersten Weltkrieg, Irland schrittweise von Großbritannien zu lösen. Die Unabhängigkeitsbestrebungen stießen aber bei den königstreuen nordirischen Protestanten auf heftigen Widerstand. So wurden die mehrheitlich protestantischen Grafschaften Ulsters (Derry, Antrim, Tyrone, Fermanagh, Armagh und Down) im sogenannten Gouvernment of Irland Act im Dezember 1920 vom Rest der Insel abgetrennt. Während diese 1922 unabhängig wurde, blieben die sechs Grafschaften als Nordirland bei Großbritannien. Allerdings wurde das Ziel der Wiedervereinigung Irlands besonders von den radikalen republikanischen Iren nie aufgegeben. In den 60er Jahren begannen dann die militanten Flügel der Irisch-Republikanischen Armee und der Sinn Fein damit, dieses Ziel mit Gewalt anzustreben. Die durch die protestantischen Hardliner um den Oranierorden und die Unionisten geförderte soziale Benachteiligung der nordirischen Katholiken führte ihnen dabei viele Sympathisanten zu. Es kam zu einer Art schwelendem Bürgerkrieg, der bis heute andauert. |

